Messenger-Anwendungen wie WhatsApp und Facebook Messenger sind beliebt. Denn sie ermöglichen eine schnelle, unkomplizierte Kommunikation. Leider können solche Chat-Programme aber auch zum Datenrisiko werden, sowohl bei privater Kommunikation als auch bei beruflichen Chats.

Bekannt, beliebt, bedrohlich?

Es vibriert, es plingt, es piept: Wer in Deutschland ein Smartphone oder Handy nutzt, bekommt durchschnittlich 13 Kurznachrichten pro Tag, so eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. „Kurznachrichten spielen nicht nur in der privaten Kommunikation eine ganz zentrale Rolle. Insbesondere während der Corona-Pandemie halten viele so den Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern und können so schnell und unkompliziert Grüße, Fotos und auch Videos austauschen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Wer ein Smartphone hat, greift fast immer auch auf Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal oder Threema zurück. 9 von 10 (88 Prozent) Nutzerinnen und Nutzern von Smartphones verwenden entsprechende Apps. Das entspricht rund 50 Millionen Menschen in Deutschland.

Berufliche Kommunikation findet ebenso über Messenger-Apps wie WhatsApp, Signal oder Telegram statt, wie das Verschicken von Urlaubsgrüßen. 36 Prozent machen zum Beispiel im Urlaub einen Bewegtbild-Anruf per Skype, Facetime oder WhatsApp. Messenger sind inzwischen das am häufigsten genutzte Kommunikationsmittel. Umso wichtiger ist, dass Kommunikation über Messenger in einem absolut vertrauensvollen und sicheren Umfeld stattfinden kann, wie der Digitalverband Bitkom betont.

Datenschützer weisen auf zahlreiche Risiken bei Messengern hin

Gerade der besonders beliebte Dienst WhatsApp ist häufig in der Datenschutz-Kritik. Ein Problem: Bereits bei der Anmeldung zu WhatsApp können alle Kontaktdaten, die jemand im Telefon gespeichert hat, an den Anbieter übertragen werden. Hierfür besteht weder eine Rechtsgrundlage noch können die Personen, die im Nutzertelefon gespeichert sind, in die Datenweitergabe einwilligen oder ihr widersprechen, warnen die Aufsichtsbehörden für den Datenschutz.

„Es gibt deutlich datensparsamere Messenger-Dienste auf dem Markt, die dieselben Möglichkeiten der Kommunikation bieten“, so zum Beispiel die Landesbeauftragte für den Datenschutz (LfD) Niedersachsen, Barbara Thiel. Die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen hat bereits sogenannte „Leitplanken für die Auswahl von Messenger-Diensten“ veröffentlicht, um bei der Auswahl geeigneter Messenger-Apps zu helfen (als PDF abrufbar unter https://ogy.de/leitplanken-ldi-nrw).

Worauf es bei Messengern ankommt

Vor der Entscheidung für einen Messenger-Dienst sollten Sie deshalb prüfen,

  • ob der Anbieter Sie transparent über die Datenverarbeitung, die mit der Nutzung verbunden ist, informiert (Datenschutzerklärung),
  • ob der Anbieter die Datenschutz-Vorgaben zur (Nicht-)Weitergabe und (Nicht-)Auswertung personenbezogener Daten einhält,
  • ob die personenbezogenen Daten in ein Land außerhalb der EU übertragen werden sollen,
  • ob datenschutzfreundliche Einstellungen möglich sind oder besser noch voreingestellt sind,
  • ob Sie die Messenger-App nutzen können, ohne die im Adressbuch vorhandenen Kontaktdaten, insbesondere Telefonnummern, für Zwecke des Anbieters bzw. für fremde Zwecke an den Anbieter zu übermitteln, und
  • ob der Anbieter übermittelte Daten mit allgemein anerkannten und dem Stand der Technik entsprechenden Verfahren verschlüsselt.

Nur freigegebene Messenger nutzen und Privatsphäre schützen

Offensichtlich bestehen zahlreiche Anforderungen an Messenger-Dienste, da es vielfältige Datenrisiken bei der Installation und Nutzung geben kann. Verwenden Sie deshalb beruflich nur dann Messenger-Apps, wenn sie intern freigegeben sind, und dann auch nur die wirklich zugelassenen. Privat sollten Sie sich ebenfalls genau überlegen, wem Sie Ihre Kontaktdaten, Fotos, Videos und Statusinformationen anvertrauen. Es ist nicht einfach, selbst die Einhaltung der Datenschutzvorgaben zu überprüfen. Deshalb sind die Hinweise der Aufsichtsbehörden für den Datenschutz zu einzelnen Messenger-Diensten wertvoll und hilfreich, wie zum Beispiel in den erwähnten „Leitplanken für die Auswahl von Messenger-Diensten“.

Selbst wenn besonders beliebte und bekannte Messenger weit verbreitet sind, bedeutet das nicht, dass diese Messenger-Apps besonders sicher und datenschutzfreundlich sind. Sprechen Sie auch im privaten Umfeld über den Datenschutz bei Messengern und entscheiden Sie sich gemeinsam mit Ihren Kontakten für mehr Datenschutz bei der digitalen Kommunikation!